Baukasten statt Empfehlung

Bausteine für 250.000 Euro

Über 20 Bausteine aus sechs Anlageklassen, jeder mit geprüfter Rendite, seinem echten Haken und der Aufgabe, für die er gebaut ist. Unten lassen sie sich zusammenschieben — die Kennzahlen rechnen sich sofort mit.

Stand 24. August 2026 EZB-Einlagesatz 2,25 % Bund 10J 3,24 % Inflation Juli 2,8 % Sparerpauschbetrag Ehepaar 2.000 €

Zins & Einlagen

Keine Kursschwankung

Nominal kann hier nichts verlorengehen. Der Preis dafür: nach Steuer und Inflation bleibt real ungefähr null — und gebundenes Geld ist gebunden.

Festgeld, deutsche Einlagensicherung

z.B. Isbank AG · 1–3 Jahre
3,40 %p.a.
Schwankung 0
Sicherung
EdB, 100.000 € p.P.
Aufwand
1× in 3 Jahren
Steuer
Freistellungsauftrag ✓

Spitzenzins bei deutschem Anbieter — kein Zinsportal nötig, Freistellungsauftrag geht direkt.

Jährliche Zinsgutschrift wählen, sonst fällt der ganze Ertrag in ein Steuerjahr und die Freibeträge der Vorjahre verfallen.

Festgeld über Zinsplattform

Raisin · 150+ Partnerbanken
3,45 %1 J · 3,70 % bei 10 J
Schwankung 0
Sicherung
Sitzland der Bank
Aufwand
1× registrieren
Beispiele
Litauen, Kroatien, Lettland

Bei ausländischen Banken kein Freistellungsauftrag möglich — Erträge jedes Jahr selbst in Anlage KAP. Für 0,05 Prozentpunkte mehr ein schlechtes Geschäft.

Geldmarkt-ETF

LU0290358497 · Xtrackers €STR
2,20 %folgt EZB
Vola 0,2 %
TER
0,10 %
Volumen
23 Mrd. €
Verfügbar
täglich

Rentiert gut 1 Prozentpunkt unter Festgeld und Bund. Nur für Geld, das wirklich jederzeit verfügbar sein muss. Diese Aufgabe erfüllt in den meisten Fällen bereits der Notgroschen.

Bundeswertpapiere, direkt gehalten

Kurs schwankt · Rückzahlung fix

Einmal kaufen, dann Jahre nichts tun. Der Kurs bewegt sich zwischendurch, am Fälligkeitstag gibt es garantiert 100 %. Schuldner ist die Bundesrepublik — keine 100.000-Euro-Grenze, keine Bank dazwischen. Mehrere Papiere mit gestaffelten Fälligkeiten ergeben eine Leiter: Alle paar Jahre wird eines fällig, das Geld steht ohne Kursrisiko zur Verfügung.

Zinskurve heute

Von 2 auf 30 Jahre knapp einen Prozentpunkt mehr — für Anleihen ein deutlicher Abstand. Bunds stehen auf 15-Jahres-Hoch. Skala ab null.

2,86 %2 J
2,97 %5 J
3,24 %10 J
3,77 %30 J
FälligArtISINKuponRestlaufzeitRendite
15.02.2027BundDE00011024160,25 %0,5 J≈2,8 %
15.02.2028BundDE00011024400,50 %1,5 J≈2,9 %
15.02.2029BundDE00011024650,25 %2,5 J≈2,9 %
15.11.2030BundDE000BU270062,40 %4,2 J≈3,0 %
15.02.2033BundDE000BU2Z0072,30 %6,5 J3,04 %
15.08.2034BundDE000BU2Z0312,60 %8,0 J3,05 %
15.02.2036BundDE000BU2Z0642,90 %9,5 J3,21 %
04.07.2040BundDE00011353664,75 %13,9 J≈3,4 %
15.08.2046BundDE00011023412,50 %20,0 J≈3,6 %
15.08.2054BundDE000BU2D0042,50 %28,0 J≈3,8 %

Die drei grün markierten Renditen sind einzeln geprüft. Die übrigen sind aus der Zinskurve abgeleitet und auf eine Nachkommastelle gerundet — vor dem Kauf den aktuellen Kurs abfragen, denn nur der bestimmt die tatsächliche Rendite.

Wie man die Papiere liest

Schatz, Bobl, Bund sind nur Namen für die ursprüngliche Laufzeit bei der Ausgabe: Bundes­schatz­anweisungen 2 Jahre, Bundes­obligationen 5 Jahre, Bundesanleihen 10 bis 30 Jahre. Für den Käufer zählt allein die Restlaufzeit — eine 2046er Anleihe von 2014 ist heute ein 20-Jahres-Papier.

Warum es mehrere pro Jahr gibt: Der Bund gibt laufend neue Anleihen aus, meist mit Fälligkeit im Februar, August oder November. Deshalb existieren zum selben Jahr mehrere Papiere mit verschiedenen Kupons — sie unterscheiden sich nur im Zinstermin, nicht in der Sicherheit.

Niedriger Kupon = Steuervorteil. Die 2027er zahlt nur 0,25 % Zins und notiert deshalb weit unter 100. Der größte Teil des Ertrags entsteht als Kursgewinn bei Rückzahlung — und der wird erst dann versteuert, nicht jedes Jahr.

Warum direkt statt über einen Fonds

Steuerlich im Vorteil: keine Vorabpauschale, volle Stundung bis Fälligkeit. Wer unter pari kauft — alle oben —, versteuert den Kursgewinn erst am Ende.

Enddatum als Anker. Steht die Anleihe zwischendurch bei 94, kann man auf den Kalender zeigen. Ein Anleihen-ETF hat diesen Anker nicht.

Reines Bundesrisiko statt Frankreich und Italien.

Der Haken, den man kennen muss

Kupons landen auf dem Konto. Die genannte Rendite unterstellt Wiederanlage zum selben Satz. Bleiben die Zinsen liegen, sinkt die tatsächliche Nettorendite auf etwa 2,3 % — real dann negativ. Es braucht eine Regel, was mit den Kupons passiert.

Verkauf vor Fälligkeit geht jederzeit (Bunds sind Europas liquidestes Papier), aber zum Tageskurs. Bei der 2036er kostet 1 Prozentpunkt Zinsanstieg rund 8 % Kurs.

Anleihen-ETFs

Kein Enddatum · dauerhaft Kursrisiko

Rentieren teilweise besser als Festgeld, laufen aber nie aus — die Duration bleibt konstant. 2022 hat gezeigt, was das heißt. Faustregel: Haltedauer mindestens so lang wie die Duration.

Euro-Staatsanleihen, breit

IE00B4WXJJ64 · iShares Core
3,47 %Effektivverz.
Vola 4,2 %
TER
0,07 %
Duration
6,75 Jahre
Länder
FR 24 · IT 22 · DE 19 · ES 14
2022
−18,5 %

Höchste Rendite im sicheren Block — aber „Euro-Staatsanleihen“ heißt hier zu 22 % Italien und nur zu 19 % Deutschland.

Nur deutsche Staatsanleihen

DE0006289465 · eb.rexx
2,99 %Effektivverz.
Vola 2,8 %
TER
0,16 %
Duration
5,05 Jahre
Deutschland
99,6 %
Volumen
215 Mio. € (klein)

Löst das Italien-Problem, kostet aber das Doppelte an TER — für 25 Anleihen, die man auch direkt kaufen kann.

Unternehmensanleihen Euro, IG

IE00B3F81R35 · iShares Core
+Spreadüber Staat
Vola 2,8 %
TER
0,09 %
Volumen
8,7 Mrd. €
Positionen
4.144
Finanzsektor
32,8 %
2022
−14,1 %

Solide gestreut, sehr günstig, ausschüttend. Ein Drittel Banken und Versicherer — im Bankenstress korreliert das mit Aktien statt gegenzusteuern.

Effektivverzinsung nicht verifiziert — vor Kauf beim Anbieter nachsehen. Nur diese Zahl zählt, nicht die Ausschüttungsrendite.

Laufzeit-ETF (iBonds)

iShares · Jahrgänge 2028–2032
≈2,8 %je Jahrgang
sinkt zum Ende
TER
≈0,12 %
Enddatum
ja, fest
Sicherung
keine

Der Kompromiss: festes Fälligkeitsdatum wie Festgeld, aber jederzeit verkaufbar.

Inflationsindexierte Anleihen

IE00B0M62X26 · iShares
1,46 %real
Duration 7,3
TER
0,09 %
Länder
FR 41 · IT 34 · ES 16 · DE 9
Positionen
nur 38

Der Bund emittiert seit 2024 keine inflationsindexierten Papiere mehr — der deutsche Anteil schrumpft mechanisch. Ein Drittel Italien im Topf „sicher“.

Aktien-ETFs

Der Teil, der real wächst

Renditeannahmen durchgehend vorsichtig. Zum Vergleich: J.P. Morgan setzt für globale Aktien 7,0 % an, Vanguard 4,2–6,5 %. Die ersten beiden sind Alternativen für denselben Kern, die folgenden verschiedene Antworten auf dieselbe Frage: zu viel USA, zu viel Tech.

FTSE All-World

IE00BK5BQT80 · Vanguard
6,0 %Annahme
Dotcom −54 %
TER
0,14 % (Juli gesenkt)
Volumen
49 Mrd. €
Titel
3.755
USA
59,7 %
Top 10
22,7 %

Der Standardkern. Breiter und günstiger als ein MSCI World, weil die Schwellenländer mit drin sind — und dadurch mit spürbar weniger USA.

Enthält Large und Mid Caps, keine Small Caps. Marktabdeckung gut 90 %.

MSCI ACWI IMI

IE00B3YLTY66 · SPDR
6,0 %Annahme
Vola 10,4 %
TER
0,17 %
Volumen
7,2 Mrd. €
Titel im ETF
4.957 (Index ≈9.000)
Abdeckung
≈99 % des Weltmarkts
USA
60,5 %
Top 10
21,5 %

Der breiteste Standardindex überhaupt: Industrie- und Schwellenländer, Large, Mid und Small Caps. Wo der FTSE All-World gut 90 % des Weltmarkts abbildet, sind es hier rund 99 %.

Löst das Tech-Problem trotzdem kaum: 33,8 % Technologie, Nvidia 4,1 %, Apple 3,9 %. Mehr Titel heißt nicht automatisch weniger Konzentration — die Gewichtung bleibt nach Marktkapitalisierung.

Bildet den Index per optimiertem Sampling ab, hält also 4.957 statt 9.000 Titel.

MSCI World Equal Weight

IE000OEF25S1 · Invesco
5,3 %Annahme
Dotcom −43 %
TER
0,20 %
Titel
1.279, gleich gewichtet
Top 10
1,3 %
USA
40,3 %
Vola
9,2 %

Nvidia wiegt hier 0,14 % statt 5 %.

Im Backtest seit 1994 schlechter als der normale World (8,33 % vs. 9,01 % p.a.), Crashschutz mäßig: −43 % statt −54 %.

MSCI World Minimum Volatility

IE00B8FHGS14 · iShares
4,5 %Annahme
Dotcom −39 %
TER
0,30 %
Titel
285
Vola
7,5 % (World 10,8 %)
2022
−4,0 % (World −12,7 %)
10 Jahre
6,96 % p.a. (World 12,66 %)

Bester echter Drawdown-Schutz im Feld — die Strategie, die den Neuen Markt weitgehend umschifft hätte.

Preis: über 10 Jahre 5,7 Prozentpunkte pro Jahr Rückstand.

Europa

IE00B4K48X80 · iShares Core
5,8 %Annahme
Vola 12,2 %
TER
0,12 %
Volumen
16,1 Mrd. €
Titel
400
Top 10
21,5 %
Länder
UK 21 · CH 16 · FR 14 · DE 13

Niedriger bewertet als die USA, kein Währungsrisiko im Kern, Schwerpunkt Finanzen und Industrie statt Tech.

Aber: Europa ist selbst ein Klumpen. Als Beimischung sinnvoll, als Ersatz für den Weltmarkt nicht.

Schwellenländer

IE00BKM4GZ66 · iShares Core IMI
6,0 %Annahme
Vola 20,3 %
TER
0,18 %
Volumen
38,1 Mrd. €
Titel
2.993
China
15,8 %
Top 10
35,2 %

Doppelt so schwankend wie der Weltmarkt und mit 35 % in den Top 10 konzentrierter als der MSCI World. Im All-World ohnehin schon anteilig enthalten — separat dazu nur, wenn man bewusst mehr davon will.

MSCI World Enhanced Value

IE00BL25JM42 · Xtrackers
?nicht empfohlen
Klumpenrisiko
Top 10
27,5 %
Größte Position
Micron 12,6 %
IT-Sektor
29,8 %

Wird oft als Gegenmittel gegen Tech-Konzentration genannt, ist aber konzentrierter als der normale World — eine einzige Halbleiteraktie macht 12,6 % aus.

Gold

Kein Zins · steuerlich privilegiert

Gold wirft nichts ab — kein Zins, keine Dividende. Es hat genau zwei Argumente: Es verhält sich anders als alles andere im Depot, und es ist in Deutschland nach einem Jahr steuerfrei. Der Steuervorteil ist dabei der handfestere der beiden Punkte.

EUWAX Gold II

DE000EWG2LD7
0,00 %laufende Gebühr
Vola ≈ Aktien
Lieferanspruch
ja, physisch
Spread
≈0,4 % (statt Gebühr)
Steuer
nach 12 Mon. steuerfrei

Keine laufende Verwahrgebühr — bei langer Haltedauer meist der günstigere der beiden.

„Kostenlos“ stimmt trotzdem nicht: Das Produkt finanziert sich über die Handelsspanne von typisch rund 0,4 %. Die zahlt man einmal beim Kauf statt jedes Jahr — bei kurzer Haltedauer ist Xetra-Gold günstiger.

Xetra-Gold

DE000A0S9GB0
0,33 %Lagerkosten p.a.
Vola ≈ Aktien
Lieferanspruch
ja, physisch
Spread
sehr eng
Steuer
nach 12 Mon. steuerfrei

Der Platzhirsch, engster Spread, höchste Liquidität. Kostet dafür 0,30–0,36 % Lagergebühr pro Jahr.

Was Gold nicht ist

Kein sicherer Hafen im Wortsinn. Gold schwankt ungefähr wie Aktien und hatte historisch Verlustphasen von über zwei Jahrzehnten. Wer es unter „sicher“ einsortiert, täuscht sich.

Im Dotcom-Crash half es kaum. In Euro gerechnet stieg Gold 2000–2003 nur um rund 13 % — der Anstieg in Dollar wurde durch die Euro-Aufwertung fast vollständig aufgezehrt. 2008 wirkte es besser. Der Krisenschutz ist real, aber unzuverlässig.

Die Steuerfreiheit ist der eigentliche Reiz und gilt nur für ETCs mit physischem Lieferanspruch — nicht für jeden Gold-Fonds. Nach 12 Monaten Haltedauer ist der Gewinn nach § 23 EStG steuerfrei, während auf alles andere im Depot 26,375 % anfallen.

Übliche Größenordnung in seriösen Depotvorschlägen: 5–10 %. Mehr wird zur Wette auf ein einzelnes Metall.

Lebenslange Rente

Kein Depot · Langlebigkeitsschutz

Der einzige Baustein, der ein Risiko abdeckt, das ein Depot nicht abdecken kann: sehr alt zu werden und das Geld zu überleben. Wo Sicherheit ohnehin im Vordergrund steht, gehört diese Variante mindestens durchgerechnet.

Einzahlung in die gesetzliche Rente

§ 187a SGB VI · ab 50 möglich
5,3 %lebenslang
keine Schwankung
Kosten
9.661,58 € je Entgeltpunkt
Ertrag
42,52 € / Monat
pro Jahr
510,24 €
absetzbar
bis 61.652 € (Ehepaar)

510 € Jahresrente auf 9.662 € Einsatz sind 5,3 % — lebenslang, und die Rente steigt mit jeder Rentenanpassung. Kein anderer Baustein auf dieser Seite bietet das.

Bedingungen: erfüllte Wartezeit von 35 Jahren (Beitrags-, Anrechnungs- und Berücksichtigungszeiten zusammen), Einzahlung nur zum Ausgleich von Abschlägen bei vorgezogener Rente. Nicht vererbbar — bei frühem Tod ist das Kapital bis auf die Hinterbliebenenrente verloren. Amortisation rund 19 Jahre.

Steuervorteil oft kleiner als gedacht: Die 61.652 € sind ein Gesamttopf für alle Altersvorsorgeaufwendungen — laufende Renten­beiträge von Arbeitnehmer und Arbeitgeber werden angerechnet. Wer noch voll arbeitet, hat darin meist wenig Luft. Vor der Einzahlung konkret durchrechnen lassen.

Private Sofortrente

Versicherer · Einmalbeitrag
niedrigRechnungszins 1,0 %
keine Schwankung
Garantiezins
1,0 %
Steuer
Ertragsanteil, günstig
Kosten
Abschluss + Verwaltung

Kauft dieselbe Sache wie oben — lebenslanges Einkommen —, nur beim Versicherer statt beim Staat, mit Kosten und ohne Inflationsanpassung.

Konkrete Rentenhöhen nicht verifiziert. Wenn überhaupt, erst nach der gesetzlichen Variante prüfen — die ist fast immer günstiger.

Zusammenschieben

Beträge eintragen

Trag ein, was du wo hinlegen würdest. Die Crash-Zahl rechnet mit dem tatsächlichen Verhalten jedes Bausteins im Dotcom-Szenario — Anleihen gewinnen dabei, weil die Notenbanken damals die Zinsen senkten. Gold war in Euro gerechnet nahezu flach.

Summe
Schwankende Anlagen
Rendite p.a.
Dotcom-Wiederholung
real nach 15 J. · vor Steuer

Zur Vorbelegung. Sie folgt vier Regeln, die sich aus dem Rest dieser Seite ergeben: Erst abschneiden, dann anlegen — was in den nächsten Jahren ausgegeben wird, gehört ins Festgeld und nicht in die Quote. Ein Kern statt vieler Bausteine — ein breiter Welt-ETF trägt den Aktienteil. Dazu 15 % gleichgewichtet gegen den Tech-Klumpen: nachvollziehbar erklärbar und mit rund 0,7 Prozentpunkten der günstigere der beiden Konzentrations-Bausteine. Laufzeiten staffeln statt drei fast gleich lange Anleihen zu kaufen. Und Gold als Beimischung, nicht als Sicherheitsbaustein: 6 % sind spürbar, ohne zur Wette zu werden. Ergebnis: 40 % Aktien, 54 % planbare Zinsen, 6 % Gold.

„Schwankender Anteil“ gewichtet jeden Baustein nach seinem Kursrisiko: Aktien zählen voll, Gold zu 70 %, Unternehmensanleihen zu 15 %, Staatsanleihen zu 5 %, Festgeld gar nicht. Die Endwerte sind vor Steuern gerechnet — Abgeltungsteuer und Vorabpauschale kosten je nach Aufteilung rund 0,4 bis 0,9 Prozentpunkte pro Jahr.

Bewusst weggelassen

und warum

Vollständigkeit heißt auch, zu sagen, was nicht auf die Liste kommt.

Offene Immobilienfonds

Seit 2024 erhebliche Abwertungen, dazu 24 Monate Bindung und Kündigungsfrist. Genau die Illiquidität, die man bei einem Sicherheitsbaustein nicht will.

REIT-ETFs

Verhalten sich wie Aktien mit Extra-Zinsrisiko, nicht wie Immobilien. Kein eigener Baustein — im All-World ohnehin enthalten.

Hochzinsanleihen

Zahlen mehr, fallen aber im Crash mit den Aktien. Aktienrisiko zum Anleihenpreis.

Dividenden-ETFs

Ausschüttungen zehren den Sparerpauschbetrag auf. Und Vermögenseinkommen wird auf die Hinterbliebenenrente angerechnet (§ 18a SGB IV) — thesaurierende Fonds vermeiden das.

Breite Rohstoff-ETFs

Anders als Gold steuerlich nicht privilegiert, langfristig ohne belegte Risikoprämie.

Aktiv gemanagte Fonds

1,5 Prozentpunkte Mehrkosten pro Jahr summieren sich auf 250.000 € über 15 Jahre auf rund 45.000 €.

Begriffe

Nachschlagen

Alles, was auf dieser Seite in den Tabellen steht — in normaler Sprache erklärt, mit Beispielen aus genau diesen Bausteinen.

Kosten und Kennzahlen

TER Gesamtkostenquote
Was ein Fonds pro Jahr an laufenden Kosten einbehält, in Prozent des angelegten Betrags. Wird nicht abgebucht, sondern direkt vom Fondsvermögen abgezogen — man sieht sie nie auf dem Kontoauszug. 0,14 % auf 80.000 € = 112 € pro Jahr
Effektivverzinsung Rendite bis Fälligkeit
Bei Anleihen die einzige Zahl, die zählt: was unterm Strich pro Jahr herauskommt, wenn man bis zum Ende hält. Berücksichtigt Zinsen und die Differenz zwischen Kaufkurs und Rückzahlung.
Kupon
Der aufgedruckte Zinssatz einer Anleihe, bezogen auf den Nennwert — nicht auf das, was man bezahlt hat. Deshalb weicht er von der Effektivverzinsung ab. Bund 2036: Kupon 2,90 % · Kurs 97,47 · Effektivverzinsung 3,21 %
Ausschüttungsrendite
Was ein Fonds tatsächlich auszahlt. Bei Anleihenfonds irreführend, weil sie nur die Zinsen alter Papiere im Bestand zeigt, nicht den künftigen Ertrag. eb.rexx: Ausschüttung 1,24 %, aber Effektivverzinsung 2,99 %
Duration
Wie stark eine Anleihe auf Zinsänderungen reagiert. Faustregel: 1 Prozentpunkt höhere Zinsen kosten ungefähr so viel Prozent Kurs, wie die Duration in Jahren beträgt. Und: Wer mindestens so lange hält wie die Duration, gleicht einen Zinsanstieg wieder aus. Duration 6,75 → +1 % Zins ≈ −6,75 % Kurs
Spread
Der Abstand zwischen Kauf- und Verkaufspreis. Fällt bei jedem Handel an — bei häufigem Kaufen wichtiger als die TER, bei einmaligem Kaufen fast egal.
Pari
Kurs 100, also genau der Nennwert. „Unter pari“ heißt: man zahlt weniger, als am Ende zurückkommt — die Differenz ist Teil der Rendite.

Wie ein Fonds gebaut ist

ETF börsengehandelter Indexfonds
Ein Fonds, der stur einen Index nachbildet, statt dass jemand Aktien aussucht. Deshalb billig. Rechtlich Sondervermögen: geht der Anbieter pleite, gehört das Geld weiterhin den Anlegern.
ETC Inhaberschuldverschreibung
Sieht aus wie ein ETF, ist aber rechtlich eine Schuldverschreibung — kein Sondervermögen. Bei Gold deshalb wichtig, dass echtes Metall hinterlegt ist und ein Lieferanspruch besteht.
Large / Mid / Small Cap
Einteilung nach Unternehmensgröße (Börsenwert). Grob: Large Cap ab etwa 10 Mrd., Mid Cap 2–10 Mrd., Small Cap darunter. Kleine Firmen schwanken stärker, hatten historisch aber eine leicht höhere Rendite. FTSE All-World: Large + Mid · MSCI ACWI IMI: alle drei
Marktkapitalisierungs-Gewichtung
Der Standard: Je wertvoller ein Unternehmen an der Börse, desto größer sein Anteil im Index. Erklärt, warum Nvidia und Apple so schwer wiegen — und warum mehr Titel im Fonds die Konzentration nicht automatisch senken.
Gleichgewichtung
Die Gegenposition: jede Aktie bekommt denselben Anteil, unabhängig von der Größe. Senkt die Konzentration drastisch, verschiebt das Depot aber zu kleineren Firmen. Equal Weight: Top 10 = 1,3 % statt 22,7 %
Sampling
Der Fonds kauft nicht alle Indexwerte, sondern eine repräsentative Auswahl. Spart Handelskosten, weicht dafür minimal vom Index ab. MSCI ACWI IMI: 4.957 Titel statt rund 9.000
Thesaurierend / ausschüttend
Thesaurierend legt Erträge automatisch wieder an, ausschüttend zahlt sie aufs Konto. Thesaurierend spart Arbeit und schont den Sparerpauschbetrag; ausschüttend liefert laufendes Einkommen.
Faktor
Eine Regel, nach der aus dem Index gezielt bestimmte Aktien ausgewählt werden — etwa besonders schwankungsarme (Minimum Volatility) oder besonders niedrig bewertete (Value). Kann in bestimmten Marktphasen helfen und in anderen jahrelang Rendite kosten.

Risiko

Volatilität
Wie stark ein Kurs im Alltag schwankt, in Prozent pro Jahr. Kein Maß für Verlustgefahr, sondern für Unruhe. Festgeld 0 % · Anleihen-ETF 4 % · Weltaktien 11 % · Schwellenländer 20 %
Maximaler Drawdown
Der größte Rückgang vom Höchststand bis zum Tiefpunkt. Die ehrlichere Zahl als Volatilität, weil sie beschreibt, was man tatsächlich aushalten musste. MSCI World 2000–2003: −54 %, Erholung erst nach 13 Jahren
Klumpenrisiko
Wenn ein einzelner Wert, eine Branche oder ein Land so schwer wiegt, dass das ganze Depot daran hängt. Lässt sich am Top-10-Anteil ablesen. Enhanced Value: Micron allein 12,6 %
Investment Grade
Anleihen von Schuldnern mit solider Bonität (Rating BBB− oder besser). Darunter beginnt der Hochzinsbereich mit spürbaren Ausfallrisiken.
Backtest
Zurückgerechnete Werte für eine Zeit, in der es das Produkt noch gar nicht gab. Nützlich zur Orientierung, aber niemand hat damit real Geld verdient oder verloren — deshalb auf dieser Seite überall gekennzeichnet.
Nominal / real
Nominal ist die Zahl auf dem Papier, real das, was nach Abzug der Inflation an Kaufkraft übrig bleibt. Der einzige Maßstab, der zählt. 3,40 % Zins − 26,375 % Steuer − 2,8 % Inflation ≈ −0,3 % real
Rebalancing
Einmal im Jahr die ursprüngliche Aufteilung wiederherstellen: verkaufen, was gut gelaufen ist, nachkaufen, was schlecht lief. Klingt falsch herum, hält aber das Risiko konstant.

Steuern und Konten

Abgeltungsteuer
Pauschal 26,375 % auf Kapitalerträge (25 % plus Solidaritätszuschlag). Mit Kirchensteuer 27,8 bzw. 28,0 %. Die Bank führt sie automatisch ab.
Sparerpauschbetrag
Der steuerfreie Sockel: 1.000 € pro Person, 2.000 € für Ehepaare pro Jahr. Bei 3,40 % Zins ist er nach rund 59.000 € Festgeld aufgebraucht.
Freistellungsauftrag
Der Auftrag an die Bank, den Pauschbetrag zu berücksichtigen. Ohne ihn wird ab dem ersten Euro Steuer abgeführt — man holt sie sich später über die Steuererklärung zurück. Bei ausländischen Banken gar nicht möglich.
Vorabpauschale
Eine jährliche Vorauszahlung auf spätere Gewinne bei thesaurierenden Fonds. Kein zusätzlicher Verlust — sie wird beim Verkauf angerechnet —, aber sie wird im Januar vom Verrechnungskonto abgebucht, das gedeckt sein muss. ≈ 0,41 % des Fondswerts pro Jahr, bei 100.000 € also rund 410 €
Teilfreistellung
Ein Rabatt als Ausgleich dafür, dass Fonds im Ausland schon Steuern zahlen: 30 % der Erträge bleiben bei Aktienfonds steuerfrei. Bei reinen Anleihenfonds gibt es sie nicht.
Einlagensicherung
Der gesetzliche Schutz von Bankguthaben, 100.000 € pro Person und Bank. Es haftet immer der Fonds des Sitzlandes — bei einer litauischen Bank also Litauen. Für Wertpapiere gilt sie nicht, dort greift das Sondervermögen.
Entgeltpunkt
Die Recheneinheit der gesetzlichen Rente. Ein Jahr mit Durchschnittsverdienst ergibt einen Punkt. 2026: 9.661,58 € Einzahlung → 42,52 € Rente im Monat, lebenslang
ISIN
Die zwölfstellige Wertpapiernummer, weltweit eindeutig. Die ersten beiden Buchstaben nennen das Land der Auflage — IE steht für Irland, wo die meisten europäischen ETFs beheimatet sind, DE für Deutschland.